Indikation zur Citrat-Antikoagulation
Wann Citrat statt Heparin oder statt Verzicht auf Antikoagulation die bevorzugte Wahl ist.
Grundsätzliche Indikation
Jedes extrakorporale Nierenersatzverfahren benötigt eine Form der Antikoagulation, um eine ausreichende Filterlaufzeit zu erreichen. Citrat hat sich an vielen Zentren als Mittel der ersten Wahl etabliert, insbesondere weil:
- Die regionale Wirkung eine systemische Antikoagulation des Patienten vermeidet
- Studien und Metaanalysen im Vergleich zu Heparin längere Filterlaufzeiten und weniger Blutungskomplikationen zeigen
- Die KDIGO-Leitlinie (2012) Citrat gegenüber Heparin als Antikoagulation der ersten Wahl bei CRRT empfiehlt, sofern keine Kontraindikation vorliegt
Besonders geeignete Patientengruppen
| Situation | Warum Citrat hier vorteilhaft ist |
|---|---|
| Erhöhtes Blutungsrisiko (postoperativ, Koagulopathie, Thrombozytopenie) | Keine systemische Antikoagulation nötig |
| Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) | Heparinfreie Alternative |
| Häufige, ungeplante Filterwechsel unter Heparin | In der Regel längere Filterlaufzeiten |
Dieser Text ersetzt keine individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung. Die endgültige Entscheidung für oder gegen Citrat sollte anhand des Gesamtbilds des Patienten (siehe auch Kontraindikationen) getroffen werden.