Kontraindikationen
Worauf es wirklich ankommt: gestörter Citratmetabolismus — nicht pauschal die Grunderkrankung.
Echte Kontraindikationen — gestörter Citratmetabolismus
Da Citrat systemisch metabolisiert werden muss (v. a. hepatisch, in geringerem Umfang auch muskulär und renal-kortikal), sind die relevanten Kontraindikationen solche, die diese Metabolisierung substanziell einschränken:
- Schwerer anaerober Stoffwechsel / ausgeprägter Schock (z. B. schwerer Laktatazidose, ausgeprägte Gewebeminderperfusion) — hier ist die oxidative Metabolisierung von Citrat relevant beeinträchtigt
- Schweres, akutes Leberversagen in Kombination mit Kreislaufinstabilität — die Kombination aus reduzierter hepatischer Kapazität und Minderperfusion ist entscheidend, nicht die Leberfunktionsstörung allein
- Bekannte, ausgeprägte Störungen des Citrat-/Calciumstoffwechsels
Häufiger Irrtum
Eine isolierte Leberfunktionsstörung (z. B. kompensierte Zirrhose) ist keine absolute Kontraindikation für Citrat. Die Citratclearance kann verlangsamt sein, was das Risiko einer Citratakkumulation erhöht — dies erfordert engmaschigeres Monitoring (v. a. des Gesamt-/ionisierten-Calcium-Verhältnisses), rechtfertigt aber für sich allein keinen generellen Verzicht auf Citrat.
Relative Kontraindikationen — engmaschigeres Monitoring statt Ausschluss
| Situation | Konsequenz |
|---|---|
| Kompensierte Leberzirrhose / eingeschränkte Leberfunktion ohne Schock | Engmaschigeres Monitoring der Citratakkumulation, ggf. niedrigere Ziel-Citratdosis |
| Ausgeprägte Rhabdomyolyse | Muskuläre Citratmetabolisierung kann beeinträchtigt sein — Monitoring intensivieren |
Diese Übersicht ersetzt keine individuelle klinische Beurteilung. Die endgültige Risiko-Nutzen-Abwägung obliegt dem behandelnden Team unter Berücksichtigung des Gesamtzustands des Patienten.