Komplikationsmanagement

Die vier Komplikationen, auf die es in der Praxis ankommt — Erkennung und Gegensteuern.

Metabolische Alkalose

Mechanismus: Citrat wird zu Bikarbonat metabolisiert. Bei hoher Citratdosis oder verlangsamter Metabolisierung kann sich ein Bikarbonatüberschuss aufbauen.

Gegenmaßnahmen: Citratdosis reduzieren (sofern die Filterlaufzeit das zulässt), Blutfluss/Effluentrate anpassen, Bikarbonatgehalt der Substitutions-/Dialysatlösung reduzieren.

Citratakkumulation

Mechanismus: Bei eingeschränkter Metabolisierungskapazität (siehe Kontraindikationen) reichert sich Citrat systemisch an und bindet zunehmend auch systemisches Calcium.

Erkennung: Steigendes Verhältnis von Gesamt- zu ionisiertem Calcium (typischer Schwellenwert > 2,5), steigender Calciumsubstitutionsbedarf bei gleichzeitig fallendem systemischem ionisiertem Ca²⁺, zunehmende metabolische Azidose.

Gegenmaßnahmen: Citratdosis reduzieren oder Citrat pausieren, Effluentdosis erhöhen (schnellere Citrat-Elimination), alternative Antikoagulation erwägen, wenn sich die Akkumulation nicht rasch bessert.

Hypo- und Hyperkalzämie

Hypokalzämie: meist durch unzureichende systemische Calciumsubstitution oder beginnende Citratakkumulation.

Hyperkalzämie: meist durch zu hohe Calciumsubstitution relativ zur tatsächlichen Citratbindung.

Gegenmaßnahmen: Anpassung der Calciumsubstitutionsrate anhand der gemessenen ionisierten Calciumwerte (systemisch und im Filterkreislauf), siehe Zielwerte im CVVHD-Protokoll.

Weitere: Hypernatriämie

Bei Verwendung hypertoner, natriumreicher Citratlösungen kann es zu einer Natriumbelastung kommen. Relevanz und Ausprägung hängen von der verwendeten Citratkonzentration und -menge ab.

Diese Übersicht ersetzt kein zentrumsspezifisches Troubleshooting-Protokoll. Sie dient als Ausgangspunkt für ein eigenes Flowchart, das an die verwendeten Geräte und Laborintervalle angepasst werden sollte.